Quirnheim

Boßweiler

Quirnheim-Tal

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Die Ortsgeschichte

Im Mai 771 wurde die Kirche St. Maria und St. Martin erstmals urkundlich erwähnt. Sie gilt damit als älteste Kirche des Landkreises. Der Ortsteil Boßweiler wurde bereits 767 im Lorscher Codex erwähnt. 1467 gelangte Quirnheim in den Besitz der Grafen von Leiningen-Westerburg. Im 17. Jahrhundert wurde Quirinus von Merz mit beiden Orten belehnt.

Römerzeit
Boßweiler war schon zur römischen Zeit besiedelt. Luftbildaufnahmen und Grabungen belegen dort ein römisches Landgut, eine sogenannte Villa Rustica, aus der Zeit um Christi Geburt, die noch unausgegraben ist und vermutlich zu den größten in ganz Deutschland zählt. Es bestehen derzeit Pläne zur Erforschung und touristischen Erschließung der bedeutenden Anlage. Aus ihr entwickelte sich zweifelsohne der spätere Ort Boßweiler, vermutlich auch das nur geringfügig nördlich liegende Quirnheim.

Mittelalter
Die in die Römerzeit zurückreichende, dörfliche Siedlung Boßweiler ist bereits 767 im Kodex des Klosters Fulda als „Buchsolare“ und 780-854 unter den Besitztümern der Reichsabtei Lorsch als „Buxlare“ erwähnt. „Bußweiler“ wird 1453 als Lehen des Grafen Hesso von Leiningen genannt und gehörte nach dessen Tod ab 1467 zum Amt Grünstadt der Grafschaft Leiningen-Westerburg. Im 30-jährigen Krieg ging der Ort unter, erhalten blieben die uralte Wallfahrtskapelle zum Hl.Oswald und einige wenige Häuser.

Neuzeit
Ab 1672 bildete Boßweiler zusammen mit dem größeren Quirnheim einen eigenständigen Zwergstaat. Der aus Mainz stammende Quirim Merz war seit 1651 bischöflicher Geheimrat in Speyer und avancierte am 28. November 1661 zum Kanzler von Fürstbischof Lothar Friedrich von Metternich (1652–1675). Quirim Merz erhielt beide Ortschaften als Belohnung für seine Mitwirkung an der Konversion des Grafen Ludwig Eberhard von Leiningen-Westerburg (1624–1688) zum katholischen Glauben. 1674 übertrug ein Lehensvertrag das Ländchen förmlich auf ihn, was eine Grundvoraussetzung darstellte um seine angestrebte Erhebung in den Adelsstand zu begründen. Diese erfolgte tatsächlich 1675 durch den Kaiser in Wien, unter dem erblichen Titel eines: „Ritter Merz von Quirnheim, Herr in Quirnheim und Boßweiler“. Die neuen katholischen Edelleute residierten in einem eigenen Schloss zu Quirnheim, dessen alte Pfarrkirche jedoch protestantisch blieb. Im nahen Boßweiler ließen sie die Oswaldskapelle zwischen 1700 u. 1707 in eine ansprechende barocke Pfarr- und Wallfahrtskirche umbauen. Die Barockkirche platzierte man in Nord-Südrichtung, so dass sich der Chor nunmehr im Süden befindet. Die alte, gotische Oswaldskapelle, deren Chor im Osten lag, wurde als Querschiff in den Neubau übernommen, da sie ein historisches, religiöses Zentrum der Region mit einem äußerst ausgefallenen und seltenen Patrozinium war. Es existierte dort eine althergebrachte Wallfahrt zu dem hierzulande selten verehrten Pest- und Viehpatron St. Oswald von England und das Gotteshaus besitzt bis heute eine Schädelreliquie des Königs. Der Chor der uralten Oswaldskirche, ragt aus dem heutigen Gotteshaus als östliches Querschiff kapellenartig heraus.

In der Franzosenzeit flüchtete die Ritterfamilie Merz aus ihrem Ländchen, ins rechtsrheinische Franken. Boßweiler und Quirnheim kamen 1797 im Frieden von Campo Formio – endgültig bestätigt durch den Vertrag von Lunéville (1801) – zum französischen Département du Mont-Tonnerre mir Regierungssitz in Mainz. Dieser Zustand dauerte bis 1815. Nach dem Sturz Napoleons fiel Boßweiler 1816 an das Königreich Bayern. Es blieb genau 130 Jahre bayerisch, bis zur Neugründung des heutigen Landes Rheinland-Pfalz, 1946.

Infolge der Auflösung des Landkreises Frankenthal fiel Boßweiler 1969, nach über 150-jähriger Kreiszugehörigkeit, an den neuen Landkreis Bad Dürkheim; die Kfz-Kennzeichen wechselten von „FT“ auf „DÜW“.

Quelle: Wikipedia